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Reihe geparkter Gebrauchtwagen auf einem Parkplatz

Ratgeber · 6 Min. Lesezeit

carVertical vs. Carfax: Welcher Fahrzeugbericht passt zu dir?

Carfax ist seit Juli 2026 breit in Deutschland verfügbar und in den Händlerbereich von mobile.de eingebunden. Wir vergleichen die Merkmale beider Berichte sachlich und zeigen, wie du für dein Auto entscheidest.

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Aktualisiert: 24. Oktober 2026

carVertical und Carfax liefern beide einen Fahrzeugbericht zur FIN, mit Kilometerständen, Schäden und Importhistorie – keiner ist pauschal besser, weil jeder Anbieter eigene Datenquellen hat. Carfax ist seit Juli 2026 für nahezu den gesamten deutschen Gebrauchtwagenmarkt verfügbar und seit September in den Händlerbereich von mobile.de eingebunden; carVertical bietet einen kostenlosen Vorab-Check, Fotos aus früheren Verkäufen und eine US-Titelprüfung. Welcher Bericht für dein Auto mehr bringt, hängt vor allem von dessen Lebenslauf ab.

Carfax Deutschland: Was hinter dem Start steckt

Carfax ist ein Name aus Nordamerika. In Europa arbeitet das Unternehmen als CARFAX Europe GmbH mit Sitz in München und bietet nach eigenen Angaben seit 2007 Fahrzeugchecks für europäische und nordamerikanische Gebrauchtwagen an.

Laut AUTOHAUS ist der Carfax-Fahrzeugcheck seit dem 1. Juli 2026 nach einer Pilotphase für nahezu den gesamten deutschen Gebrauchtwagenmarkt verfügbar. Die wichtigsten Angaben von Carfax zum Start:

  • Reports beruhen auf der 17-stelligen FIN und werden täglich aktualisiert.
  • Daten kommen von öffentlichen und privaten Organisationen im In- und Ausland, etwa Verkehrsbehörden, Strafverfolgungsbehörden, Ministerien, Prüfgesellschaften und weiteren Marktteilnehmern.
  • Carfax gibt an, mit allen Datenquellen vertragliche Vereinbarungen zu haben und die Daten vor der Anzeige zu vereinheitlichen und zu bereinigen.
  • Die Datenbank umfasst laut Carfax mehr als 45 Milliarden historische Ereignisse zu Fahrzeugen aus über 30 Ländern.
  • Das Angebot richtet sich an Privatkunden, Geschäftskunden und Autohändler.

Auf seiner deutschen Website stellt Carfax zugleich klar, dass öffentliche Stellen, Zulassungsämter und Prüfgesellschaften aufgrund der Regularien in Deutschland keine Daten teilen dürfen. Auch Carfax ist bei deutschen Autos also auf andere Quellen angewiesen.

Carfax und mobile.de

Seit Anfang September 2026 können Händler die Carfax-Fahrzeughistorie direkt im Händlerbereich von mobile.de abrufen. Laut AUTOHAUS gilt dabei:

  • Die FIN kann automatisch an Carfax übermittelt werden.
  • Händler brauchen eine Registrierung bei Carfax und ein gebuchtes Paket.
  • Der Report ist 30 Tage online verfügbar und kann als PDF gespeichert werden.
  • Er enthält Angaben zu Schäden, Unfällen, Kilometerständen, Zulassungen und Wartungen.

Zusätzlich testet mobile.de Carfax-Reports direkt in ausgewählten Pkw-Inseraten; ein breiterer Ausbau soll schrittweise folgen. Für dich als Käufer heißt das: Siehst du in einem Inserat einen Carfax-Report, kannst du ihn nutzen – prüfe aber, ob die FIN im Report mit der am Auto übereinstimmt und wie alt er ist.

carVertical vs. Carfax: Die Merkmale im Vergleich

Die folgenden Angaben stammen von den Anbietern selbst und aus der Fachpresse. Sie beschreiben, was die Dienste anbieten – nicht, wie viele Daten sie zu einem bestimmten Auto finden.

Unternehmen

  • carVertical: Anbieter aus Litauen, nach eigenen Angaben von über 6 Millionen Menschen in 37 Ländern genutzt. Mehr dazu im Ratgeber Wem gehört carVertical?
  • Carfax: CARFAX Europe GmbH, München, seit 2007 mit Fahrzeugchecks in Europa aktiv.

Datenbasis laut Anbieter

  • carVertical: über 1.000 Datenquellen in mehr als 45 Ländern, darunter Register, Schadendatenbanken, Polizei- und Werkstattdaten.
  • Carfax: mehr als 45 Milliarden historische Ereignisse aus über 30 Ländern, von öffentlichen und privaten Organisationen; laut Carfax keine Scraping-Techniken.

Inhalt des Berichts

  • carVertical: Kilometerstand-Zeitachse mit Warnung bei möglicher Manipulation, Zustandshistorie mit Schäden, Fotos aus früheren Verkäufen, Diebstahlabfrage, US-Titelprüfung („Salvage“, „Flood“, „Junk“), rechtlicher Status, Marktpreis, Emissionen, technische Daten, Ausstattung und Sicherheitsbewertung.
  • Carfax: gemeldete Schäden und Unfälle, Laufleistung mit Hinweisen auf Unstimmigkeiten, Ausstattung und Preis, empfohlene Wartung und Importhistorie mit Daten aus Europa und den USA.

Kostenlose Funktionen

  • carVertical: Vorab-Check nach FIN-Eingabe, der meldet, ob Datensätze gefunden wurden, dazu ein FIN-Decoder und ein Musterbericht.
  • Carfax: VIN-Decoder und Import-Check.

Wenn der Bericht enttäuscht

  • carVertical: automatische Gutschrift eines neuen Berichts, wenn keine Kilometerstände, Schäden und Zeitleisten-Ereignisse gefunden wurden (6 Monate gültig); bei Fehlern Rückgabeantrag innerhalb von 30 Tagen.
  • Carfax: 30-tägige Geld-zurück-Garantie, sofern der Anspruch gerechtfertigt ist.

Abrufbarkeit

  • carVertical: 30 Tage im Konto, als PDF speicherbar.
  • Carfax: laut mobile.de-Ankündigung 30 Tage online, als PDF speicherbar.
Lies bei beiden Anbietern genau, was ein „leerer“ Abschnitt bedeutet. Carfax spricht ausdrücklich von verfügbaren beziehungsweise gemeldeten Informationen, carVertical sagt, dass „Keine Einträge“ oft nur fehlende Daten in den Quellen bedeutet. Beides ist kein Beweis für ein unfallfreies Auto.

Wo Carfax punktet

Sachlich betrachtet sprechen diese Merkmale für Carfax:

  • Verfügbarkeit bei mobile.de: Wer bei einem Händler kauft, der Carfax im Händlerbereich nutzt, bekommt den Report womöglich direkt mit dem Inserat.
  • Wartungsempfehlung: Der Report zeigt laut Carfax empfohlene Wartungsarbeiten – hilfreich, um anstehende Kosten abzuschätzen.
  • Geld-zurück-Garantie: Bei einem gerechtfertigten Anspruch gibt es laut Carfax das Geld zurück und nicht nur eine Gutschrift.
  • Sitz in Deutschland: Ansprechpartner und Impressum in München.

Wo carVertical punktet

Diese Merkmale sprechen für carVertical:

  • Vorab-Check vor dem Kauf: Du siehst kostenlos, ob überhaupt Datensätze zu deiner FIN gefunden werden.
  • Fotos aus früheren Verkäufen: Bilder aus alten Inseraten oder Auktionen können Schäden oder einen anderen Tachostand zeigen.
  • US-Titelprüfung: Im Bericht prüft carVertical, ob ein Auto in den USA als „Salvage“, „Flood“ oder „Junk“ geführt wurde.
  • Breite Länderliste: Daten aus mehr als 45 Ländern sind ein Vorteil bei Importen.
  • Automatische Gutschrift: Bei einem leeren Bericht musst du keinen Antrag stellen.

Ein carVertical-Bericht kostet regulär 38,99 €, mit unserem Code KALODE 31,19 € und im Dreierpaket 15,99 € pro Bericht (Stand 24. Oktober 2026). Den Code trägst du an der Kasse ein; mehr auf der Seite carVertical Rabattcode.

Gemeinsame Grenzen bei deutschen Autos

Egal welchen Bericht du wählst, diese Grenzen gelten für beide:

  • Keine öffentliche Kilometerdatenbank. Kilometerstände deutscher Autos stammen aus Werkstätten, Inseraten, Händlern oder dem Ausland. Bei einem Auto, das nie ins Ausland verkauft und nie inseriert wurde, kann die Zeitachse dünn sein.
  • Privat bezahlte Schäden fehlen. Was nie über eine Versicherung oder Werkstatt mit Datenanbindung lief, taucht meist in keinem Bericht auf.
  • Kein Blick auf den Zustand. Rost, Verschleiß und versteckte Reparaturen sieht nur ein Mechaniker. Wie verlässlich dein Modell bei Hauptuntersuchungen abschneidet, zeigt unser Zuverlässigkeitsranking.

Prüfe deshalb immer zusätzlich die HU-Berichte, in denen der Tachostand vermerkt ist, und das Serviceheft. Welche kostenlosen Wege es sonst gibt, steht im Ratgeber carVertical Alternative.

Wenn der Händler schon einen Report mitliefert

Durch die mobile.de-Einbindung von Carfax und die Partnerhändler von carVertical kann es dir passieren, dass einem Inserat bereits ein Bericht beiliegt. Das spart Geld, wenn du ihn richtig liest:

  1. FIN abgleichen. Die Nummer im Report muss mit der am Auto und in der Zulassungsbescheinigung Teil I übereinstimmen.
  2. Datum prüfen. Ereignisse nach dem Erstellungsdatum fehlen. Ein Report, der mehrere Monate alt ist, sagt nichts über die Zeit danach.
  3. Kilometerstände gegenlesen. Vergleiche die Werte im Report mit den HU-Berichten und dem Serviceheft.
  4. Schadenseinträge ansprechen. Frag nach Rechnungen und Gutachten zu jedem Eintrag.
  5. Zweiten Anbieter erwägen. Ist das Auto teuer oder ein Import, lohnt ein Blick in den Vorab-Check des jeweils anderen Anbieters.

carVertical oder Carfax – was ist besser für dein Auto?

Eine allgemeine Antwort gibt es nicht. So entscheidest du für deinen Fall:

  1. FIN besorgen. Lies sie aus der Zulassungsbescheinigung Teil I ab und vergleiche sie mit der Nummer am Auto.
  2. Vorhandene Reports nutzen. Bietet der Händler einen Carfax- oder carVertical-Bericht an, sieh ihn dir zuerst an.
  3. Vorab-Check machen. Gib die FIN bei carVertical ein und sieh nach, ob Datensätze gefunden werden.
  4. Nach Herkunft wählen. Bei US-Importen zählen Titelprüfung und Auktionsfotos, bei Autos aus Osteuropa oder Skandinavien die Länderabdeckung, bei Händlerautos von mobile.de womöglich ein vorhandener Carfax-Report.
  5. Bei teuren Autos beide prüfen. Die Datenquellen überschneiden sich nur teilweise. Zwei Berichte kosten weniger als ein übersehener Schaden.
  6. Bericht sofort als PDF speichern. Beide Anbieter halten ihn nur 30 Tage online.

Am Ende entscheidet nicht der Name des Anbieters, sondern ob er zu deiner FIN etwas Relevantes findet. Den Vergleich mit einem weiteren Anbieter liest du im Ratgeber carVertical vs. autoDNA.

Häufige Fragen

Ist Carfax in Deutschland dasselbe wie Carfax in den USA?+

In Deutschland tritt der Dienst als CARFAX Europe GmbH mit Sitz in München auf. Sie bietet nach eigenen Angaben seit 2007 Fahrzeugchecks für europäische und nordamerikanische Gebrauchtwagen an; die Datenbasis für deutsche Autos unterscheidet sich naturgemäß von der in Nordamerika.

Kann ich als Privatkäufer den Carfax-Report bei mobile.de sehen?+

Die Einbindung bei mobile.de richtet sich seit September 2026 an Händler im Händlerbereich. Zusätzlich testet mobile.de laut AUTOHAUS Carfax-Reports in ausgewählten Pkw-Inseraten; ob ein Inserat einen Report enthält, siehst du in der Anzeige selbst.

Zeigen carVertical und Carfax dieselben Daten?+

Nicht unbedingt. Beide nutzen eigene Quellen und Partner, die sich nur teilweise überschneiden. Deshalb kann derselbe Wagen bei einem Anbieter mehr Einträge haben als beim anderen.

Welcher Bericht ist besser für ein Auto aus den USA?+

Beide werben mit Daten aus Nordamerika. carVertical zeigt im Bericht eine Titelprüfung auf US-Kategorien wie „Salvage“ oder „Flood“ und Fotos aus Auktionen, Carfax eine Importhistorie mit Daten aus Europa und den USA. Vergleiche vor dem Kauf, welcher Anbieter zu deiner FIN Daten meldet.

Wie lange kann ich die Berichte abrufen?+

Ein carVertical-Bericht ist laut Anbieter 30 Tage im Konto verfügbar, ein Carfax-Report laut mobile.de-Ankündigung ebenfalls 30 Tage online. Beide lassen sich als PDF speichern – mach das sofort nach dem Kauf.

Quellen